Freitag, 11. August 2017

Long time, no see

Gestern war ich mit meiner lieben Freundin Petra aus. Wir sehen uns nicht oft und daher haben wir uns immer viel zu erzählen. Nachdem wir uns über die letzten breaking news in unser beider Leben ausgetauscht hatten, eröffnete Petra mir, dass sie ein neues Hobby habe. Nun muss man wissen, dass Petra ein äußerst umtriebiger Mensch ist, die Nase stets im Trendwind (das meine ich positiv!), mit immer reichlich Eisen im Feuer. Daher fiel es mir schwer zu erraten was dieses Hobby wohl sein könnte. Nach einigen lahmen Anläufen - Foto? 3D? Slacklining? - platzte sie heraus mit: "Ich blogge jetzt!"

Das erfreute mich sehr! A) War da natürlich die Vorfreude auf Ihren kurz vor der Online-Werdung stehenden Blog. Aber B), ich muss es zu meiner Schande gestehen, freute ich mich auch sehr darüber antworten zu können: "Hey, ich hab auch einen Blog!"
Einmal, ein einziges Mal, hatte ich meine Nase einen Zentimeter näher am Wind gehabt als Petra!

Allerdings wurde mir dann auch sehr schnell bewusst, dass "mein Blog" seit fast 1 1/2 Jahren, eher so etwas wie "der Blog den ich nicht mehr pflege" ist. Was dann ja jetzt auch nicht ganz so toll ist.
Im Zeitraffer rasten sämtliche Argumente, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe aus meinem Ausreden-Festspeicher, über den inneren Teleprompter, in den Sprechapparat. Die B-Freude schwand so schnell dahin wie sie aufgeflammt war.

Petras Begeisterung für ihr Projekt, und die ihr innewohnende Art solche Dinge mit System und Energie anzugehen, inspirierte mich jedoch, selbst wieder bloggerisch tätig zu werden.
(Ich halte mich derzeit bewusst zurück etwas über den Inhalt von Petras Blog zu schreiben, da er, wie schon erwähnt, noch "soon to come" ist. Zu gegebener Zeit wird hier aber gelinkt bis der Arzt kommt.)

Einmal im Monat, sagt Petra, möchte sie etwas veröffentlichen.

"Einmal im Monat" klingt auch für mich machbar.

Bilde ich mir zumindest gerade ein.

Na, wir werden sehen.

Nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe, seit meinem letzten Beitrag über meine formidable Mars.
Manche Mitglieder meines Blech-Zoos mussten mich verlassen, manche kamen neu hinzu.

Neu, schön und macht Ärger: `79 fake RS

 Ein altes, lange gepflegtes, aber bisher hier ausgespartes Hobby soll ab jetzt auch besprochen werden.

In Zukunft mehr davon: Modellbau.

Ob ich das Versprechen von "einmal im Monat" vor mir selbst halten kann (über die Anzahl potenziell enttäuschter Leser brauche ich mir keine allzu großen Sorgen zu machen) wird sich heraus stellen.

Genug zu erzählen hätt' ich ja...

Sonntag, 27. März 2016

Okasion! `75 Mars Luxus

Ich muss zugeben: als ich fünfzehn war hatten die die sogenannten Kaufhaus-Mofas einen Coolness-Faktor von knapp unter Null. Wer etwas auf sich hielt der musste schon mit einer Kreidler, Zündapp oder Hercules daher kommen (in exakt dieser hierarchischen Reihenfolge). Die Solo und Mars aus dem Quelle Katalog konnte man nicht ernst nehmen. Total uncool.

Aber auch das uncoolste Moped wird interessant wenn es erstmal 40 Jahre Zeit hatte zum Klassiker reifen. Allerdings: "Klassiker" ist ein großer Begriff, der auf ein solches Kraftfahrzeug wohl niemals ganz passen wird. So wäre ich auch nie auf den Gedanken gekommen "aktiv" Ausschau nach einem solchen Moped der "Economy"-Klasse zu halten. Auch dem Vorbesitzer, NSU-Clubfreund Norbert war die Mars vor Jahren "zugelaufen": seinem Nachbarn stand sie im Weg herum. Das tat die Mars dann auch weiterhin - im Weg rumstehen - diesmal nur in Norberts Garage. Was letztlich dazu führte dass er sie per Rundmail den Clubmitgliedern anbot.

Ich hatte die Mars von früheren Besuchen bei Norbert noch gut in Erinnerung: Wenig gelaufen, sehr guter unverbastelter Originalzustand und: Es handelt sich wirklich um ein Moped und kein Mofa, also 38 km/h in den Papieren eingetragen.

Mars Luxus - in Norberts Garage
Es dauerte nicht lange bis wir uns handelseinig waren: An einem lauen Spätsommernachmittag wechselte die Mars in meinen Blech-Zoo über.

Bei der Überführung nach Hause musste ich jedoch einen Mangel feststellen. Die Fliehkraftkupplung wollte manchmal nicht auskupplen, was beim anhalten zum abwürgen des Motors führte. Genau genommen wollte die Fliehkraftkupplung nur in den selteneren Fällen auskuppeln. Norbert, nach diesem Phänomen befragt, räumte ein dass ihm das auch schon passiert sei.

Über den Winter verschwand das Moped zunächst einmal in der Garage (Paradedisziplin: Im Weg rumstehen). Jetzt, aber da der Frühling vor der Tür steht, hatte ich mir vorgenommen einmal einen genaueren Blick auf die Technik der Mars zu werfen. Ich war etwas nervös, welche technischen Pretiosen ich vorfinden würde, sah mich aber auf das angenehmste enttäuscht.

Nach dem Abnehmen des Seitendeckels (gesteckt mit zwei Schrauben gesichert) kam eine recht simple und wartungsfreundliche Konstruktion zum Vorschein.

Fliehkraftkupplung
Innenleben nach Demontage der Kupplungsscheiben
Kupplungsscheibe, Belag und Andruckplatte
Die genaue Funktionsweise erschließt sich mir nicht so recht. Im Netz lassen sich nur Beschreibungen von späteren Solo Mopeds mit hydraulischer Kupplung finden. Ich habe alle Teile gründlich gereinigt, vor allem die Kupplungsglocke mit dem Federkorb. Nachdem ich das ganze wieder zusammen gesetzt hatte, war das Problem behoben. Das Moped läuft jetzt muckenfrei.


Samstag, 8. August 2015

Neu im 50-Kubik-Zoo: Solex 5000

Von der Solex 3800 haben wir uns wieder getrennt ("wir" weil die Solex meiner Frau gehörte). Irgendwie hatte ich bei dieser Solex ein schlechtes Schrauber-Karma: wann immer ich versuchte an dem Teil etwas zu reparieren oder zu verbessern, immer ging es schief oder war nur von mäßigen Erfolg gekrönt. Zudem ist es mir nie gelungen das Mofa gescheit ans laufen zu bekommen. Als dann ein Kollege Interesse anmeldete und ihn auch meine Warnungen nicht schreckten, ließ ich die Solex 3800 ziehen.

Musste leider wieder gehen: Solex 3800


Ersatz sollte eine Hercules M2 sein. Ebenfalls ein einfach zu fahrendes Mofa. Leider erwies sich der Kauf der M2 ebenfalls als Fehler. Günstig geschossen, OK, musste ich jedoch feststellen das einer der Vorbesitzer das Mofa derart brachial getunt hatte, dass es zwar beänstigende 50 km/h fährt, aber darüber jedweder Laufkultur verlustig gegangen war. Auch nix für meine Frau. Ein neuer Kolben und Zylinder sowie serienmäßige Beritzelung würden das Problem lösen, allerdings sind die Ersatzteilpreise erschreckend: Kolben und Zylinder würden soviel kosten wie das ganze Mofa. Derzeit wartet die Hercules also in der Garage auf bessere Zeiten (oder einen neuen Besitzer).

Schneller als die Polizei erlaubt: Hercules M2
Da meiner Ansicht nach meine Liebste jedoch nicht ohne eigenen 2-Takter sein darf, ist jetzt eine Solex 5000 in den Zoo aufgenommen worden. Ein Solex-begeisterter Kollege (nein, nicht der welcher die 3800 kaufte) hat uns dieses schöne "Damen-Modell" vermittelt.

Dritter Versuch zur Ehefrauen-Motorisierung: Solex 5000.

'71 RS Sitzbank Untergestell aufbereiten.

Elfies Sitzbank soll einen neuen Bezug bekommen. Norbert vom Quickly-Club, seines Zeichens gelernter Sattler, wird den neuen Bezug anfertigen und die Bank beziehen. Mir fällt die Aufgabe zu das reichlich gammelige Untergestell aufzuarbeiten.

44 Jahre Feuchtigkeit haben Ihre Spuren hinterlassen.
Norbert hat die Bank zerlegt und mir das Untergestell zurück gegeben. Er hat mir davon abgeraten das Federgeflecht samt Gummiauflage von Gestell zu trennen, da sich, nach seiner Erfahrung, der Wiederzusammenbau als sehr schwierig erweist.

Ich habe also den Rahmen mittels Drahtbürste vom allerschlimmsten Rostgammel befreit und anschließend in matt-schwarz lackiert (na, ja: drübergeduscht nennt man das wohl).

Rahmen gereinigt und "lackiert"
Wenn die Farbe trocken ist werde ich das Federgeflecht einer ausgiebigen WD40-Behandlung unterziehen, damit die Federn zumindest nicht weiter gammeln.

Fortsetzung folgt...

'71 RS Schaltkinematik ausbauen / zerlegen / reinigen

Wie schon erwähnt lassen sich bei Elfi nur der vierte und fünfte Gang einlegen. Ursache des Problem ist scheinbar die Schaltkinematik der "indirekten Schaltung". Der Fußschalthebel sitzt auf einem Bolzen am Rahmen und bewegt über ein Hebelwerk die eigentliche Schaltwelle am Motor. Wenn dieses Hebelwerk zu viel Spiel hat, können die Gänge nicht mehr exakt durchgeschaltet werden. Und Elfies Hebelwerk hat viel Spiel! Der erste Schritt zur Lösung ist also die Demontage der Kinematik. In den nächsten Tagen werde ich mich dann mit einem Teilehändler treffen, ihm die Teile vorlegen und darauf hoffen, dass er mir sagne kann welche Einzelteile zu ersetzen sind. (respektive welche Teile nicht ersetzt werden müssen.)

Kinematik für die indirekte Schaltung
Die Demontage ist denkbar einfach: Kickstarthebel und Fußschalthebel abnehmen, zwei Seegerringe lösen und schon kann man das Ganze abziehen.

Kinematik und Fußschalthebel
Kinematik zerlegt und gereinigt

Die Teile sehen ziemlich mitgenommen aus. Insbesondere das gebogene Teil in der Mitte hat starke Abnutzungsspuren. Meine Befürchtung ist, dass alles ersetzt werden muss.

Fortsetzung folgt...





Freitag, 7. August 2015

1965 - 2015


Bestimmte Jahrestage wollen gefeiert werden. Anlässlich des fünfzigsten Geburtstages meiner Eiertank wird demnächst eine Schrauberparty stattfinden. Die relevante Zielgruppe wird auf dem Postwege informiert.

'71 RS: Tankeschön & Anfahren im vierten Gang

Lange habe meine Aktivitäten an Elfi geruht. Der Grund lag in meiner Frustartion über den Tank. Dieser verfügt zwar über ein wunderbare Optik: Fast beulenfrei mit leicht patinierten, aber durchaus ansehnlichem Chrom, andereseits aber über einen für einen Kraftstoffbehälter nicht zu tolerierenden Hang zur Inkontinenz. Mit anderen Worten: Das Ding ist, bedingt durch innere Korrosion, löchrig wie ein Sieb.

Schön und undicht: Der Originaltank

Nach mehreren Abdichtungsdurchgängen mittels Epoxidharz, tun sich immer wieder neue winzige Löcher auf. Nachdem meine Lust am Schrauben durch den gelungenen Schwingenlagertausch an meiner 65er Eiertank wieder erwacht war, habe ich Elfi nun wieder in Angriff genommen. Bei ebay-kleinanzeigen habe ich einen zwar eher unschönen, dafür aber dichten Tank gefunden, und das auch noch zum Schnäppchenpreis.

Beulig aber dicht: Der "Reservetank"
Diesen Tank habe ich also dieser Tage montiert, ebenso eine, nicht ganz korrekt passende, Einmann-Sitzbank (die originale harrt noch Ihrer Aufarbeitung) um - endlich - eine erste Probefahrt vorzunehmen.

"Muletto" bereit zur Probefahrt

Die Probefahrt offenbarte dann sofort die nächste Enttäuschung: Die Schaltkinematik der indirekten Schaltung ist derart ausgeleiert, dass es nicht möglich ist die Gänge einzulegen: Nur der vierte und fünfte Gang lassen sich einlegen. Immerhin: mit viel Drehzahl und schleifender Kupplung gelang es mir ein paar hundert Meter zu fahren.

Nächste Problemzone: Indirekte Schaltung.
Glück im Unglück: Die "Verschleißteile" der Schaltkinematik sind alle einzeln zu bekommen. Ich werde also in nächster Zeit ein neues Abenteuer beginnen und in die geheimnisvolle Welt der indirekten Schaltung eintauchen. Mal sehen welche Überraschungen dort auf mich warten.


My life on wheels III: Große Freiheit Nr. 1

  My first Mofa. Ein gewichtiges Thema. Mit fünfzehn, mitten in der Pubertät, konnte ein Mofa ein wichtiger Meilenstein in der per...