Donnerstag, 28. März 2013

Neuer Auspuff Teil 1

Nachdem meine Versuche den originalen Auspuff zu entkoken eher nicht erfolgreich waren, entschloss ich mich einen neuen Auspuff zu beschaffen. Damit sollte ein zartes Tuning einher gehen. (Früher nannte man das ja "frisieren".) Ein größerer Krümmerdurchmesser soll dem Motor freier ausatmen lassen. Also bestellte ich bei Kreidlerparts.com einen Krümmer mit 32 mm Durchmesser (anstatt 26 mm Serie) und den dazu passenden Topf. Beide Teile gibt es in zwei Qualitätsstufen: "original" und "economy". Habe ich schon erwähnt dass ich geizig bin? Also habe ich beide Teile in "economy"-Qualität bestellt, angesichts des doppelten Preises für den Originaltopf und beim Krümmer sogar des dreieinhalbfachen keine schwere Entscheidung. Solche Entscheidungen trifft man aber nicht ohne sie hinterher zu bereuen. Dazu weiter unten mehr.

Die Teile wurden innerhalb weniger Tage auf Rechnung geliefert, was ich, wie ich sagen muss, einen super Service finde. Vorkasse oder Zahlung per Kreditkarte sind ja sonst bei Onlinegeschäften eher die Regel. Die Leute von Kreidlerparts versuchen es mit Vertrauen und das find ich gut. Daumen hoch. Eine erste Montageprobe zeigte dass Topf gut ans Mokick und der Krümmer gut in den Topf passte.

Erste Anprobe, noch ohne Reue.

Wie zu erwarten war passt der 32er Krümmer nicht einfach so auf einen 29er Auslass, da ist zu viel Luft dazwischen. Also musste ein Distanzstück angefertigt werden. Nach ersten erfolgsfreien Eigenversuchen wandte ich mich um Hilfe an einen Nachbarn. Der Mann ist Schlosser von Beruf und konnte mir helfen. Er schnitt von einem 34er Rohr 2 cm ab, schlitzte das Stück längs sodass es, etwas zusammengebogen, in die Kröpfung des Krümmer passte. Anschließend stattete er mich mit einem Handfräser aus damit ich dem Innendurchmesser auf die benötigten 29 mm fräsen/schleifen konnte.
Nach ca. einstündiger Arbeit passte das Teil "saugend" auf den Auslass.

Distanzstück, unten mit Klemmschelle und Dichtschnur
 Nun zur Reue: Ich musste leider feststellen dass im Falle des Krümmers "econonmy"-Qualität bedeutet dass das Teil einfach nicht ans Moped passt. Ich hatte die Wahl den Krümmer entweder vorne auf den Auslass oder hinten in den Topf zu stecken. Beides geht nicht. Bei fest am Auslass montiertem Krümmer stände der Auspuff rennmäßig schräg nach oben, nur dass er nirgends mehr Fest zu schrauben wäre. Bei korrekt montiertem Topf passt der Krümmer nur wenige Millimeter über den Auslass und ließe sich nicht befestigen. Auf Nachfrage hieß es bei Kreidlerparts man müsse den Krümmer "etwas nachbiegen". Mangels Vorrichtung habe ich auf Biegeversuche verzichtet und einen Krümmer in "original"-Qualität bestellt.

In diesem Zusammenhang ärgere ich mich mehr über mich selbst als über den Händler. Zum einen gibt es bestimmt Leute die handwerklich begabter sind als ich, und einen solchen Krümmer richten können. Zum anderen hatte ich vorher schon gehört, dass die Billigteile schlecht passen, bin also quasi sehenden Auges ins Verderben gelaufen. Ein Hinweis im Onlineshop in Richtung "braucht Nacharbeit" fände ich allerdings auch nicht schlecht.

Was den Topf angeht habe ich die Entscheidung für das billigere Teil allerdings nicht bereut. Der Topf sieht gut aus und passt sauber an die Halterung. Wie er schalldämpft muss ich ja noch rausfinden. Sicher ist das Teil wesentlich rostempfindlicher als der teurere Topf. Bei den zu erwartetenden Jahresfahrleistungen von wenigen hundert km pro Jahr ist das aber zu vernachlässigen.
An der '74 RM ist seit zwei Jahren ein günstiger Zubehörtopf und der rostet auch nicht.

Fortsetzung folgt wenn der Krümmer in "original"-Qualität eingetroffen ist...

Saisonbeginn & neue Reifen

Es ist Frühling! Es ist kalt! Zu kalt zum fahren. OK, OK nur die Harten komm' in' Garten, ich muss an dieser Stelle also als Weichei outen. Die Zeichen für den Saisonbeginn sind dennoch unübersehbar, z.B. dass die Kennzeichen die Farbe gewechselt haben. Blau ist ja sowas von 2012! Ein frisches grün lächelt uns diese Saison von Heck unserer Lieblinge an! Ich habe also die nächstgelegene Allianz-Vertretung angesteuert und dort vier Kennzeichen zum Oldtimertarif
(25 € für die Haftpflicht) besorgt. Dieses Jahr am Start: RMC-S, '65 Florett, NSU Quickly und, for the lady, Velo Solex. '74 RM hat dieses Jahr Pause.

Mich dünkt, dass die eigentlich für dieses Jahr anstehende Überarbeitung der RMC-S sich noch um ein weiteres Jahr verschiebt. Das Ding fährt einfach zu gut, respektive '65 Florett fährt noch zu schlecht. Und bevor die nicht soweit ist, dass ich sie als Haupt-Kreidler nutzen kann, muss RMC-S wohl noch ein wenig on service bleiben.

Damit sie ihren Dienst gut verrichten kann habe ich es endlich geschafft die im Herbst gekauften Heidenau Reifen zu montieren. Den hinteren Reifen habe ich mit tatkräftiger Hilfe meines Sohnes selbst montiert. Ein ziemliches Gewürge, auch für zwei Leute. Die immer wieder auftretende "slow puncture" war eine ebensolche: Der Schlauch hatte genau in der Lauffläche ein kleines Loch. Hier wurde ganz klassisch mit Flickzeug Abhilfe geschaffen. Bei der anstehenden Montage des Vorderreifens bin ich zum freundlichen Reifenhändler gefahren und und habe die Montage dort vornehmen lassen. Das hat zwar zehn Euro gekostet, ist aber angesichts des gesparten Ärgers, und der schnellen Erledigung ein fairer Preis.

Neue Sneakers!

Sonntag, 17. März 2013

Tachoantrieb

Bei der Demontage habe ich den schönen originalen Tachometerantrieb zerstört. Getreu dem Motto: "Wo rohe Kräfte sinnlos walten." Tachowelle und Tachoschnecke waren über die Jahre eine feste Verbindung eingegangen. Anstatt das ganze geraume Zeit in WD 40 einzulegen versuchte ich den beiden per Zange beizukommen. Fataler Fehler. Der Zapfen der Welle brach im Antrieb ab. Schrott gebaut. Dummkopf, ich. Entgegen der allgemeinen Ersatzteilsituation war ein Ersatz relativ schwer zu bekommen. Erst gegen Ende 2012 fand ich einen Händler (Annis Kreidlershop, Dortmund) der mir ein passendes Ersatzteil liefern konnte. Kostenpunkt 28 Euro. Der Einbau gelang gut und die Nadel schlägt auch aus. Wie genau das Gerät anzeigt muss eine GPS-gestützte Probefahrt ergeben.

Links Neuteil, rechts Originalteil
Sieht mit funktionierendem Tacho definitiv besser aus!


Dienstag, 12. März 2013

Dichtung und Wahrheit

Eine Testfahrt noch vor Weihnachten hat es leider nicht gegeben. Auch die Jahre wechselten ohne dass die Kreidler ihren neu abgedichteten Motor zurück erhielt. Dann war Winter. Hier im Rheinland gibts dann ja auch noch eine fünfte Jahreszeit. Die Gründe sind vielfältig. Jetzt aber neigt sich der Winter dem Ende zu, die neue Versicherungssaison hat schon begonnen und immer noch harrte meine '65 Florett geduldig im Keller ihrer Komplettierung. Vergangenes Wochenende war es dann so weit! 

Nachfolgendes Filmdokument zeigt den ersten Motortest / Probefahrt nach dem Wiedereinbau.




Die Testfahrt ist soweit zufriedenstellend verlaufen. Der Motor schnurrt wie das berühmte Kätzchen und auch die Ölinkontinenz ist (Axel sei Dank!) Geschichte. Es mangelt aus meiner Sicht immer noch ein wenig an Leistung, was ich auf den nachwievor zugekokten Auspuff zurückführe. Ein neuer Krümmer und Topf sind schon auf dem Weg...

Mittwoch, 21. November 2012

Felgen machen Leute

Zum (schon etwas länger zurückliegenden) Geburtstag habe ich ein Satz Felgen für meinen Crawler geschenkt bekommen. Nun habe ich endlich Zeit gefunden die Felgen in den zum Fahrzeug passenden Used-Look zu versetzen. Dazu kommt der Salz-Trick zum Einsatz. Zuerst die Felge in rostfarben pinseln, anschließend auf die noch nasse Farbe einen kräftigen Schuss Salz streuen. (wie aufs Frühstücksei). Das Ganze trocknen lassen. Dann mit der Sprühdose (oder Airbrush) überlackieren. In meinem Fall Grundierung hell. Wieder gut durchtrocknen lassen. Unter fließend Wasser knibbelt man dann vorsichtig die Salzkörner wieder herunter. Das Ergebnis sind die schönsten Rostpickel die man sich denken kann. Zum Schluss mit Wasserfarbe noch ein wenig "washen" und "wheathern": Fertig sind die Gebrauchtfelgen.




Dienstag, 20. November 2012

Motor: Schöne Einsichten

Vor ein paar Tagen erhielt ich Nachricht und Bilder von meinem "Motorenmann" Axel. Er hat den Motor zelegt und einer kritischen Begutachtung unterzogen. Sein Urteil über die Maschine ist durchweg positiv.
Lager und Zahnräder präsentieren sich in einem guten Zustand. Axel vermutet, dass der Motor schon mal einen neuen Zylinder bekommen hat. Der sehr gute Zustand von Kolben und Zylinder und ein krummes Pleuel lassen darauf schließen. Da weder Pleuellager noch Kolbenbolzen Verschleißspuren zeigen beurteilt Axel die Verkrümmung des Pleuels als unkritisch. Bleibt also drin. Der Zusammenbau der Maschine läuft bereits. Der für die massive Öl-Inkontinenz des Motors verantwortliche Simmering und die Mittendichtung wurden ersetzt. Die Scheibenfeder zur Positionierung des Polrades musste ersetzt werden. Zündkontakt und Kupplung kommen bei dieser Gelegenheit auch neu. Möglicherweise kann ja noch vor dem Jahresendfest eine Probefahrt stattfinden!

Gruppenbild mit Kurbelwelle.



Das Dreigang-Menü.

Krummer Hund: Pleuel

Vorne mittig: Der Übeltäter!

Dienstag, 6. November 2012

Neu im Stall: Velo Solex 3800

Die beste Frau von allen hatte kürzlich Geburtstag, und so fasste ich den Entschluss meine Liebste mit einem motorisierten Zweirad zu beglücken. Das schreibt sich leichter als es ist! Bisher schwankte meine Gattin bezüglich meines Zweitakthobbies zwischen freundlichem Interesse und kritischer Duldung. So war dieses Geburtstagsgeschenk für mich ein durchaus risikobehaftetes Vorhaben.

Andererseits handelt es sich bei dem Geschenk ja nicht um irgendein Moped! Nein! Es ist ein fabelhaftes Velo Solex! Zu meiner Mofazeit (siehe auch hier) war eine Solex maximal unsexy: Das lahme Billigmofa für Ökos. Die blechgewordene Antithese zur schicken sportlichen Kreidler Flory.

Mit den Jahren lernte dann aber auch ich die wahre Genialität des Velo Solex zu erkennen. Das, was ich auch an Quickly und Co so schätze, die Reduziertheit und Einfachheit, ist bei der Solex auf den Punkt gebracht. Selbst die Ästhetik ist der Funktion bzw. der Einfachheit untergeordnet. (Und die daraus resultierende Optik ist mithin einzigartig.) Die Reduktion geht bis hin zur Bedienung: Anschieben und losfahren. Punkt. Nicht mal einen Gasgriff hat das Teil. Zum Anhalten: Bremsen. Punkt. Selbst die technisch anspruchsvolleren Bedienvorrichtungen wie Choke und Dekompressionshebel oder das hochklappen des Motors sind nach dreißig Sekunden zu Ende erklärt.

Dieses maximale "easy to use" macht die Solex auch zur idealen Einstiegsdroge für meine Frau. Wie oben schon erwähnt rechnete ich aber durchaus mit einem Kommentar der Klasse: "Was soll ich denn DAMIT?" oder "Hast Du noch alle Tassen im Schrank?". Also besorgte ich sicherheitshalber ein "Ausweichgeschenk" welches zusammen mit der Solex neben dem Frühtückstisch parkte. Aber das Ausweichgeschenk hat sie nicht mal ausgepackt! (Prima: Hab ich schon was für Weihnachten.) Das breite Grinsen mit dem sie von der Jungfern(Probe)fahrt zurück kehrte, ließ mir endgültig den Stein der Besorgnis vom Herzen fallen.

Die Dame von Welt vertaut auf Frontantrieb!

Das Velo Solex kaufte ich von einem Freund aus dem Quickly-Club. Es ist das Modell 3800, Baujahr 1968 in sehr schönem, leicht patinierten Originalzustand. Der Motor ist überholt, der Rest "needs a little love" wie der Engländer sagt. Daran soll es nicht mangeln.



My life on wheels III: Große Freiheit Nr. 1

  My first Mofa. Ein gewichtiges Thema. Mit fünfzehn, mitten in der Pubertät, konnte ein Mofa ein wichtiger Meilenstein in der per...