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Sonntag, 15. April 2018

Monogram Triumph TR7 "The Wedge"

Heute zum ersten mal was zum Thema Modellbau. Irgendwie auch ein Nebenstrang von "My life on wheels".

Ich betreibe seit meiner Kindheit Plastik-Modellbau, mit einer PAUSE zwischen 14 und 18 Jahren, da waren Mofas, Mädchen, Zigaretten wichtiger. Meinen ersten Bausatz kaufte ich mir von meinem "Kommunionsgeld". Den Volks-Royce von Revell, für 13,95 Mark.

Mit neun Jahren scheiterte ich kläglich an diesem Modell, was sicher an meinen bescheidenen Fähigkeiten, aber auch an der haarsträubend schlechten Qualität der Revellbausätze zu dieser Zeit lag. Passgenauigkeit war eher Zufall...

Aber um den Volks Royce soll es hier gar nicht gehen. Gegenstand dieses Posts ist der Triumph TR7 "The Wedge" von Monogram. Diesen Bausatz baute ich mit etwa 13 Jahren. Meine Fähigkeiten hatten sich verbessert und Monogram - damals noch selbstständige Konkurrenz von Revell - stellte wesentlich bessere Produkte her.


Also gelang es mir ein Modell zusamenzubauen welches dem linken Schachtelfoto relativ ähnlich sah: Die Karosse war in gelbem Kunststoff gegossen, das Dach hatte ich schwarz gepinselt, das Interior braun, Decals drauf, fertig.


Frühwerke um 1980, allesamt verloren.

 Dieses Modell ging irgendwann den Weg alles irdischen, ich weiß nicht wo es abgeblieben ist, eine Felge samt Reifen besitze ich noch davon. Den im Bild rechts abgebildeten Bausatz baute ich nach der PAUSE um 1986 herum. Der Bausatz ist im Prinzip der gleiche, ein paar Zusatzteile (Spoiler), andere Felgen und Decals lagen bei. Natürlich baute ich den TR nicht als fake-racer (welcher Rennwagen hat schon ein Vinyldach) sondern als eleganten Sportwagen. Wer über das Vorbild mehr erfahren möchte, lese bitte hier nach. Ich kann nur sagen: das Auto galt damals schon als kuriose Gurke. In den USA trug er den Spitznamen "The Wedge", der Keil. Der Grund warum ich den Bausatz nochmal baute, lag vermutlich in meiner nostalgischen Veranlagung. Ich hatte positive Erinnerungen an das Teil.


Diesmal wandte ich schon etwas fortgeschrittenere Technik an: Lackiert wurde aus der Spühdose, Dach und Interior wurden in unterschiedlichen Brauntönen gepinselt, die Felgen schwarz abgesetzt. Absoluter Top-Effekt zu der Zeit, waren die mittels Tuschefüller geschwärzten Fugen.

Das Modell begleitete zum Studium nach Wuppertal, der aparte Alt-Weiß Ton entstand über die Jahre durch intensive Nikotinzufuhr. Nachdem ich wieder nach Köln gezogen war verschwand er irgendwann in der "Archiv-Kiste". Und da hat er nun sicher 20 Jahre gelegen.
Irgendwann auf einer tranigen Fahrt aus den Büro nach Hause fiel mir das Modell wieder ein, weiß der Himmel warum. Möglicherweise weil es ein Kandidat war um Dowanol (Dipropylenglycol-phenylether) auszuprobieren. Ich hatte in einem Modellbauforum gelesen, dass Dowanol ideal als Entlackungsmittel geeignet sei.

Eine zwanzigminütige Suchaktion auf dem Dachboden brachte den TR7 wieder zum Vorschein. An der Heckpartie zeigte er Auflösungserscheinungen, die Nebellampen vorne fehlten, aber sonst stand er ganz gut da. Besser als ich ihn in Erinnerung hatte, aber dennoch: das geht besser heute.


 Zunächst wurde das Fahrzeug zerlegt. Keine große Kunst, da Karosse und Chassis nur zusammengesteckt sind. Auch die weitere Zerlegung in die wenigen Einzelteile gelang weitgehend Zerstörungsfrei.



Bei näherer Begutachtung musste ich doch feststellen, dass die Qualität meiner Arbeit eher lässig, bestenfalls ergebnisorientiert war. Da geht mehr, viel mehr. Ein weiterer interessanter Aspekt an diesem Projekt ist, dass die Karosserie relativ aufwändig zu lackieren ist, wenn man es vorbildgetreu tun möchte. Da ich mich bezüglich Arbeiten mit der Airbrush immer noch in der Lernphase befinde also eine Herausforderung. Zunächst aber wurde das Experiment "Entlacken mit Dowanol" gestartet.


Alle mit Farbe versehenen Einzelteile wurden in einen Gefrierbeutel gepackt und gut drei Schnapsgläser Dowanol dazu gegeben. Schütteln. Eine Stunde warten. Danach ließ sich der größte Teil der Farbe noch durch die Plastikfolie mit dem Fingernagel sanft vom Kunststoff schieben, wie ein angelöstes Decal. Die Innenauststattung, handgepinselt mit Revell Enamel Farbe musste mehrere Stunden einweichen, aber dann ließ auch sie sich reinigen. Lack in den Fugen ließ sich mit einem spitzen Zahnarztwerkzeug herauslösen.



Das Dowanol greift die Oberfläche des Kunststoffs an, macht ihn spröde, ohne ihn jedoch anzulösen.
Die ursprünglich schwarze, glatte Oberfläche war nach der Behandlung gräulich bis weiß. Die Karosserie wurde anschließend mit 2000er Tamiya Schleifschwamm wieder geglättet. Ein insgesamt sensationelles Ergebnis! Die Wiederaufarbeitung konnte beginnen.


Nach der Entfernung der alten Farbe wandte ich mich zunächst dem Interior zu. Das plüschige Beige machte einem eher sportlichen Schwarz Platz. Zuvor hatte ich die Einzelteile einer gründlichen Entgratung und der Entfernung von Gußmarkern unterzogen.

Vorher...


Nachher...

Am bisher unbehandelten Unterboden wurden alle Details, außer der gelben Farbe natürlich, mit dem Pinsel aufgetragen. Anschließend erhielt das Ganze noch ein "washing" für den Used-Look.

Vorher...

Nachher...

Karosserie vor der Detailierung.

Wie schon erwähnt stellte die Lackierung eine besondere Herausforderung für mich dar. Da die Zielfarbe gelb war, galt es zunächst die schwarze Karosserie weiß zu grundieren. Dann wurden die Fugen und Türspalte mit sehr dünnflüssiger Farbe, sog. "Wash" geschwärzt. Wenn man dies vor der Decklackierung macht dann wird der Kontrast wieder ein wenig abgemildert. Dann wurde das ganze nass geschliffen und durchgeschliffene Stellen nochmal nachgrundiert. Es folgte der gelbe Decklack. Helle Farben, so musste ich feststellen sind erheblich schwerer zu verarbeiten als dunkle. Es sind einfach mehr Schichten nötig und je mehr Schichten desto mehr kann schief gehen.

Die von mir verwendeten Valejo-Farben sind grundsätzlich seidenmatt also musste nach dem Durchtrocknen noch eine Klarlackschicht (bzw. mehrere davon) aufgetragen werden. Hierzu verwendete ich Tamiya Klarlack. Mit diesem Lack habe ich bezüglich Glanz bessere Erfahrungen gemacht als mit dem entsprechenden Valejo Produkt.

Als letztes wurde alles was gelb bleiben soll sauber abgeklebt und dann (Vinyl-)Dach, Schweller, Front und Heck seidenmatt schwarz gebrusht. Besonders wichtig war mir dabei der Erhalt der gelben Fensterrahmen der Türen. Das Original hat das auch so, und dieses Detail erhielt beim Abkleben mein besonderes Augenmerk. Allerdings musste ich feststellen dass ich diesen Arbeitsgang nach der Klarlackierung zu schnell, nach 24 Stunden, angegangen war. Das Maskingtape hinterließ im noch zu weichen Klarlack nach dem Abziehen eine deutlich sichtbare Orangenhaut. Aber es geschah ein Modellbauwunder! Ich ließ die Karosserie zwei Wochen ruhen und mit dem Durchtrocknen zog sich der Klarlack fast vollständig wieder glatt. Schwein gehabt.

Als Nächstes wurden die glänzenden Flächen poliert, was eigentlich vor dem schwarzen Farbauftrag hätte passieren müssen. Hab ich mal wieder nicht aufgepasst. Der Heckdeckel hatte ein wenig Zellulitis und wurde daher SEHR vorsichtig mit 3000er Schleifschwamm angeschliffen. Die Politur erfolgte mit Auto-Lackreiniger. Ich werde in Zukunft aber entsprechende Modellbauprodukte von Tamiya benutzen. Damit lassen sich auf jeden Fall bessere Ergebnisse erreichen. Die schwarzen Bereiche außer dem Dach wurden nur mit dem Poliertuch ohne Zusätze auf Rallye-Seidenglanz-Schwarz gebracht.


Der letzte Schritt vor der Montage war die Detaillierung. Der vordere Scheibenrahmen wurde Chromlack-Edding versilbert. Hier wäre auch Bare-Metal-Foil (BMF) gegangen (oder sogar besser gewesen) aber ich war zu faul. Die Blinker seitlich und vorne wurden mit Chromlack vorgemalt und dann mit Tamiya transparent Orange gefärbt. Entsprechende Produkte von Revell taugen übrigens nichts. Die Heckleuchten wurden mit BMF unterlegt, die Gläser mit Klarlack aufgeklebt und dann ebenfalls mit Transparentfarben gefärbt. Die Nebellampen stammen von einem Fujimi-Porsche und erhielten NATÜRLICH gelbe Gläser. Nebels müssen gelb sein! Die Türgriffe und das Kofferschloss wurden schwarz mit chromigen Details angelegt.



Die Felgen wurden in Farbton "Stahl" gebrusht. Früher habe ich Felgen gewöhnlich mit dem Pinsel bemalt, der Einsatz der Airbrush lohnt sich hier aber doch sehr.


Der Zusammenbau ging dann recht fix vonstatten, bei den wenigen Baugruppen kein Wunder. Die Stoßfänger sauber zu fixieren war ein wenig fummelig. Hier kam Patex 2K-Kleber zum Einsatz. Ebenso wie bei der Fixierung des (etwas zu großen) Porsche Rückspiegels. Die Kennzeichen sind selbstgedruckt, TÜV und ASU Plaketten mit Buntstift eingefärbt. Die Schilder werden mit einer minimalen Menge Klarlack an die Karosse geklebt.

Fazit. Nach über 20 Jahren auf dem Dachboden ist es mir, Dank Dowanol, gelungen aus einer Archivleiche einen netten Vitrinenparker zu machen. Nicht perfekt - wie immer - aber doch ganz gut gelungen. Wenn ich die Dinger perfekt hin bekomme, gebe ich das Hobby auf.



Freitag, 11. August 2017

Long time, no see

Gestern war ich mit meiner lieben Freundin Petra aus. Wir sehen uns nicht oft und daher haben wir uns immer viel zu erzählen. Nachdem wir uns über die letzten breaking news in unser beider Leben ausgetauscht hatten, eröffnete Petra mir, dass sie ein neues Hobby habe. Nun muss man wissen, dass Petra ein äußerst umtriebiger Mensch ist, die Nase stets im Trendwind (das meine ich positiv!), mit immer reichlich Eisen im Feuer. Daher fiel es mir schwer zu erraten was dieses Hobby wohl sein könnte. Nach einigen lahmen Anläufen - Foto? 3D? Slacklining? - platzte sie heraus mit: "Ich blogge jetzt!"

Das erfreute mich sehr! A) War da natürlich die Vorfreude auf Ihren kurz vor der Online-Werdung stehenden Blog. Aber B), ich muss es zu meiner Schande gestehen, freute ich mich auch sehr darüber antworten zu können: "Hey, ich hab auch einen Blog!"
Einmal, ein einziges Mal, hatte ich meine Nase einen Zentimeter näher am Wind gehabt als Petra!

Allerdings wurde mir dann auch sehr schnell bewusst, dass "mein Blog" seit fast 1 1/2 Jahren, eher so etwas wie "der Blog den ich nicht mehr pflege" ist. Was dann ja jetzt auch nicht ganz so toll ist.
Im Zeitraffer rasten sämtliche Argumente, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe aus meinem Ausreden-Festspeicher, über den inneren Teleprompter, in den Sprechapparat. Die B-Freude schwand so schnell dahin wie sie aufgeflammt war.

Petras Begeisterung für ihr Projekt, und die ihr innewohnende Art solche Dinge mit System und Energie anzugehen, inspirierte mich jedoch, selbst wieder bloggerisch tätig zu werden.
(Ich halte mich derzeit bewusst zurück etwas über den Inhalt von Petras Blog zu schreiben, da er, wie schon erwähnt, noch "soon to come" ist. Zu gegebener Zeit wird hier aber gelinkt bis der Arzt kommt.)

Einmal im Monat, sagt Petra, möchte sie etwas veröffentlichen.

"Einmal im Monat" klingt auch für mich machbar.

Bilde ich mir zumindest gerade ein.

Na, wir werden sehen.

Nicht, dass es nichts zu erzählen gäbe, seit meinem letzten Beitrag über meine formidable Mars.
Manche Mitglieder meines Blech-Zoos mussten mich verlassen, manche kamen neu hinzu.

Neu, schön und macht Ärger: `79 fake RS

 Ein altes, lange gepflegtes, aber bisher hier ausgespartes Hobby soll ab jetzt auch besprochen werden.

In Zukunft mehr davon: Modellbau.

Ob ich das Versprechen von "einmal im Monat" vor mir selbst halten kann (über die Anzahl potenziell enttäuschter Leser brauche ich mir keine allzu großen Sorgen zu machen) wird sich heraus stellen.

Genug zu erzählen hätt' ich ja...

Mittwoch, 21. November 2012

Felgen machen Leute

Zum (schon etwas länger zurückliegenden) Geburtstag habe ich ein Satz Felgen für meinen Crawler geschenkt bekommen. Nun habe ich endlich Zeit gefunden die Felgen in den zum Fahrzeug passenden Used-Look zu versetzen. Dazu kommt der Salz-Trick zum Einsatz. Zuerst die Felge in rostfarben pinseln, anschließend auf die noch nasse Farbe einen kräftigen Schuss Salz streuen. (wie aufs Frühstücksei). Das Ganze trocknen lassen. Dann mit der Sprühdose (oder Airbrush) überlackieren. In meinem Fall Grundierung hell. Wieder gut durchtrocknen lassen. Unter fließend Wasser knibbelt man dann vorsichtig die Salzkörner wieder herunter. Das Ergebnis sind die schönsten Rostpickel die man sich denken kann. Zum Schluss mit Wasserfarbe noch ein wenig "washen" und "wheathern": Fertig sind die Gebrauchtfelgen.




Montag, 8. Oktober 2012

Scale Crawler: Noch ein Hobby

Dies ist eigentlich nur ein Test ob und wie sich Videos in den Blog einbinden lasse. Da man aber Sätze mit "eigentlich" eigentlich nicht sagen soll ist dies auch eine gute Gelegenheit ein weiteres meiner 42 Hobbies vorzustellen: 
Das Scalecrawling, zu deutsch etwa "Maßstabskrabbeln". Ein gewisses Interesse an RC-Cars war bei mir immer schon vorhanden, doch war dieses Hobby aus meiner Sicht immer mit elementaren Nachteilen behaftet. Früher (in den 80ern) war es zu teuer. Verbrenner kamen für mich sowieso nicht frage da zu laut und zu aufwändig. Nachdem die Preise gefallen und mein Einkommen gestiegen waren fand ich die RC-Cars aber immer ein wenig zu schnell und die Orte womit man damit fahren konnte immer ein wenig zu rar. Dann aber ist irgend ein kluger Mensch auf die Idee gekommen genau die passende RC-Car-Gattung für mich zu erfinden. Das langsam fahrende, extrem kletterfreudige. Allrad-RC-Car! Billig sind die Dinger zwar auch nicht, aber dafür reicht ein überschaubarer Haufen Sand um einen ganzen Nachmittag Spaß beim crawlen zu haben. Auch bei Waldspaziergängen ist der Crawler ein netter Begleiter! Mein Crawler ist ein Axial SCX 10 Chassis mit Tamiya "Clodbuster" (Chevy C30) Karosserie. Ich habe das Auto fertig gebaut gekauft und die Anschaffung bisher nicht bereut. Das Interesse am RC-Car und der Scale-Modellbau sind hier auf schönste miteinander vereint. 
Ach so: Wie man sieht klappt das einbinden von Videos!



Mittwoch, 18. Juli 2012

Nomen est Omen

Neulich war ich in Köln auf dem Ehrenfelder Nachttrödel. Trödelmarkt mit Livemusik,  in der Halle, Samstags von 17.00 bis 23.00 Uhr. Als urbanes Spektakel ist das eine feine Sache, als Trödelmarkt ein ziemlicher Reinfall. Soviel dazu. Nachdem ich aber schon 3 Euro Eintritt hatte berappen müssen, habe ich mich dazu hinreißen lassen doch mal ein Matchboxauto von "auf dem Tisch" zu kaufen. (siehe auch hier) Insofern geht das Konzept aus Veranstaltersicht wahrscheinlich doch auf. 

ZZZZZodiac!























Das von mir erworbene Fahrzeug ist ein Ford Zodiac. Das Original ist mir noch nie über den Weg gefahren handelt es sich hier doch um einen Ford aus englischer Produktion. Es ist zu vermuten das nur wenige bis gar keine Exemplare von den britischen Inseln aufs Festland gefunden haben. Der Ford Zodiac ist die Sechszylinder-Variante des (ansonsten gleichen) Ford Zephir. Die deutsche Entsprechung zu diesem Auto ist der Ford Taunus 20m/26m. Später wurde dann auch bei Ford in Deutschland Modelldifferenzierung durch Namensgebung betrieben: Ford Consul / Granada.

Die Namen Zephir und Zodiac fand ich schon immer exotisch und so habe ich mal nach gegoogelt was es denn damit auf sich hat: Zephir ist in der griechischen Mythologie der Gott des Windes und Zodiac hat seinen Ursprung in der Astronomie. Das Zodiak ist der Bereich innerhalb der Ekliptik in welchem die Tierkreiszeichen zu sehen sind. Danke Wikipedia. Der Ford Zodiac ist also weder nach einem Schlauchboot noch nach einem Mörder benannt.

Ich möchte jetzt anheben zu einem Loblied auf die Zeiten, als es noch geboten war Automobile mit "sprechenden" Namen zu versehen. In der heutigen Zeit der Buchstaben/Zahlenkombinationen oder international aussprechbarer Kunstnamen mutet einem die Modellbezeichnung "Ford Taunus" doch geradezu romantisch an. Gut: auch in den 70ern klang Taunus schon piefig, aber das entsprach ja auch dem Anspruch welches das dahinter stehende Produkt erfüllen sollte. 

Oder Opel: "Kadett", "Kapitän", "Admiral", "Diplomat" da konnte man sich durch sämtliche Hierarchien der Kriegsmarine bis hin zu Friedensvertrag fahren! Und heute? AstrA, ZafirA, InsigniA, wenn's auf A endet muss es ein Opel sein. Beim AmperA haben sie aber nicht aufgepasst, dort hat sich wieder ein Quäntchen Bedeutung eingeschlichen.

BMW, Mercedes und Audi sei hier Absolution erteilt, weil bei diesen Marken ja "schon immer" mit Zahlen und Buchstaben hantiert wurde. Übrigens hat Mercedes mit seiner Hubraumnomenklatur immer schon rumgelogen, auch in den 30ern schon.

VW muss man zu Gute halten dass sie, seitdem sie Modellnamen verwenden, eine beispielhafte Konsistenz bewiesen haben, immerhin heißt der Golf schon seit 1974 so. Davor konnte man ja einen VW 1500 kaufen und wusste dennoch nicht ob's ein Käfer oder ein Typ 3 ist. Karmann-Tschia war eine leichte Überforderung der deutschen Sprachgewandtheit beschrieb das Fahrzeug aber perfekt! Der Karman-Ghia: Kind einer Mischehe: italienische Eleganz gepaart mit deutscher Lahmarschigkeit. Läuft und läuft und läuft und rostet und rostet und rostet. (Jah, ich bin ein Lästermaul, ein tolles Auto ist es trotzdem.)

Tja, vorbei sind die Zeiten solch phonetischer Kostbarkeiten! Und sie kommen auch nicht mehr zurück, denn selbst ich fände einen Ford Consul oder einen Opel Rekord heute etwas befremdlich. Wir müssen wohl leben mit den Mondeos, Velostern und Avensis'. Schön ist ja immer wieder die Anekdote, dass Mitsubishi zu spät erst herausfand was "Pajero" im spanischen bedeutet. Obwohl: Ich könnte mir Schlimmeres vorstellen als einen Ford Onano oder einen Opel MasturbA.
























Nachtrag: Gemäß dem Prinzip Martenstein musste die grüne Superfast-Variante des Zodiac dem blauen Regular-Wheels-Exemplar in der Vitrine den Platz überlassen.

Dienstag, 29. Mai 2012

Schätze aus der Grabbelkiste

In einer Gesellschaft aus Jägern und Sammlern wäre ich garantiert ein Sammler gewesen, soll heißen: ich bin es immer noch. Sonntags gehe ich gerne auf Trödelmärkte und suche nach Sammelbarem. Als ich noch jung und unerfahren war neigte ich dazu ALLES was alt und günstig war mitzunehmen (haben! haben! haben!). Dann kam die ernüchternde Phase in welcher ich feststellen musste, dass ich viele meiner Schnäppchen zunächst im Keller eingelagert hatte, um sie dann - günstigstenfalls - wieder auf den Trödel, meist aber auf den Sperrmüll zu expedieren. Heute, da ich älter und marginal klüger bin, habe ich es mir zur Maxime gemacht nur noch nach ganz bestimmten Dingen Ausschau zu halten. Das gestaltet, man glaubt es kaum, den Trödelmarktbesuch wesentlich spannender (und auch finanziell effizienter). Natürlich laufen mir immer noch die vermeintlichen Must-haves oder So-billig-kann-man-bei-ebay-viel-teurer-verticken-Schnäppchen über den Weg aber ich werde seltener schwach.

Noch'n Hobby: Spielzeugautos





























In diesem Post geht es um "Matchboxautos". Der Begriff steht ganz bewusst in Anführungszeichen denn ich schrecke auch nicht davor zurück Spielzeugautos anderer Hersteller (Siku, Majorette, Corgi, Dinky, etc.) zu kaufen. Es ist immer wieder überraschend welche Antiquitäten, oft auch Pretiosen, nach hartnäckigen wühlen in der Grabbelkiste zum Vorschein kommen. Natürlich sind diese Fundstücke immer bespielt aber oft in erstaunlich gutem Zustand. Ich bin überzeugter Grabbelkistenwühler. Über ein Euro ist teuer! Modelle auf dem Tisch frage ich nur selten nach da ich in 90% der Fälle sowieso nicht bereit bin den aufgerufenen Preis zu zahlen. Erwähnte ich bereits dass ich geizig bin?

Grundsätzlich sind drei Typen von Auf-dem-Tisch-Modellen zu unterscheiden:
 1. Leute die wissen was sie auf dem Tisch stehen haben: Bieten oft nur Spielzeug an. Diese Leute gehen auch auf Börsen oder sind selbst ernsthafte Sammler, wissen also um die Preise und zeichnen Ihre Ware dementsprechend aus. Obwohl an diesen Ständen oft schöne Modelle zu sehen sind frage ich kaum danach, denn ich möchte diesen Menschen nicht auf den Keks gehen mit meiner Fragerei. (Ich bin nämlich der wandelnde Alptraum dieser Menschen: Kenne mich ein bisschen aus, will aber nichts bezahlen. Hua! Ich ekel' mich vor mir selber!)

2. Leute die denken sie wüssten was sie auf dem Tisch haben: Hier kosten alle Spielzeugautos grundsätzlich acht Euro und mehr, egal ob es sich um Sammlerstücke oder um 20ct ChinaSchrott handelt. Steht auf dem Tisch, kostet acht Euro, fertig! Zitat: "Die Firma 'Made in China' is doch vor Jaahren schon pleite gegangen, dat is total selten!" Hier frage ich nicht nach, weil... ach Ihr wisst schon.

3. Leute die nur ihren ollen Kram loswerden möchten: Das sind mir natürlich die liebsten! Hier findet man auch auf dem Tisch schon mal schöne Stücke für einen kleinen Preis. Bei denen gibt es auch die ergiebigsten Grabbelkisten. Diese Leute treffe ich allerdings nur selten an weil Kategorie 1 schon um sechs Uhr früh da war und die Rosinen rausgefischt hat. Da gibt's dann oft nichts mehr zu fragen..

Kein Flohmarktfund sondern ein Sandkastenfund: Studebaker Lark von Husky


























King of the Grabbelbox: AMX Javelin SpeedKing von Matchbox




























Kleine Anekdote zu Schluss. Nachdem ich dem Quickly-Post geschrieben hatte entschloss ich mich was über meine Matchboxautos zu schreiben und suchte (grabbelte) in meinem Bilderarchiv das erste Foto in diesem Post heraus. Es stammt aus dem Jahre 2004. Die Autos bekam ich seinerzeit von meinem Schwager geschenkt. Am Pfingstwochenende machten meine Frau und ich eine Wanderung rund ums schöne Mayen und ließen dem Tag auf dem dortigen Pfingstmarkt ausklingen. Und was fand ich dort in einer Grabbelkiste? Einen Opel Diplomat mit "regular Wheels" in mint condition! Na, ja. Die Haube fehlt, und damit ist das Teil eigentlich wertlos. Aber ich empfand es als ausgesprochenen Wink des Schicksals der mich in meinem Vorhaben zu diesem Post bestärken sollte. 

Wahrscheinlich ist nur wieder der Konsumteufel mit mir durchgegangen...

Die Pfingstbeute

My life on wheels III: Große Freiheit Nr. 1

  My first Mofa. Ein gewichtiges Thema. Mit fünfzehn, mitten in der Pubertät, konnte ein Mofa ein wichtiger Meilenstein in der per...